Wie wohnt die Nachkriegsgeneration Gestern und Heute?

Die Ältesten von uns, die 1944 und 1945 Geborenen, haben das Ende des 2. Weltkrieges noch hautnah miterlebt. Dann wurden wir, die Jahrgänge 50 bis 65 in die damalige Welt hinein geboren. Für uns war der Tisch wieder reichlich gedeckt. Man kleidete sich „chic“. Bestellte aus Neckermann- und Quellekatalogen, wohnte in einer Miets-Wohnung, eingerichtet im Stil des „Gelsenkirchner Barocks“ hatte ein richtiges Kachelbad mit WC, versehen mit moderner Haustechnik, wie Heizung, Strom und fließend Warm und Kaltwasser.

Selber bauen oder Mietwohnung

Mutige Familienväter erwarben ein Erbpachtgrundstück von der Gemeinde, finanzierten die eigenen „4 Wände“ mit einer großzügigen Anschub-Finanzierung der örtlichen Hausbank, mit dem Geld vom Lastenausgleichsamt, einem „Beschaffungs-Management“ und einer „Muskelkraft-Hypothek“. Schon damals wußten unsere Eltern: „Wir schaffen das!“
Deutschland, das Wirtschaftswunderland wurde zum Schlaraffenland in Europa. „Mann“ hatte Familie, Arbeit, ein sicheres und geregeltes Einkommen, was vielen zu Wohlstand und Ansehen verhielf. Ruhe und Frieden, nach so langer Zeit, war eingekehrt. Hinein in das deutsche Wirtschaftwunder, hinein in die Selbstgefälligkeit, in den gerade so liebgewonne Ruhe und Frieden, drang plötzlich ein ohren-betäubender Lärm. Er kam aus dem gerade neu erworbenem „Löwe Opta Gerät“.

Wir Kinder wollten etwas Neues und raus aus dem bürgerlichen „Schaffe, schaffe Häusle baue!“

Denn wir waren es, die „Kinder“ die das Radio in Besitz genommen und volles Rohr aufgedreht hatten. Schluß war’s mit der gediegenen deutschen Hausmusik, dem deutschen Schlager. Schluss mit den ¾ Takt und Humta Humta Täterä … (so mancher von uns wird sich noch an den Satz des Vaters erinnern: „Mach doch mal diese „verdammte, vermalledeite Negermusik aus!“ Das kann doch kein normaler Mensch anhören. Erste Verzweiflung in der Stimme klang bereits mit). Für unsere Eltern war es das Ende der deutschen Tugenden.
Schluß mit Disziplin, Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit. Schluß mit „Herrn Knigge“, dem Sonntagskirch- und Familienspaziergang in den Wald, oder zum Platzkonzert in den Park. Vater Heinz bekam sein wohlverdientes Bier, Mutter Margot ihr Kännchen echten Bohnenkaffee und wir, die Kinder, jeder eine Sinalco. Alle schön herausgeputzt.

Eine neue Generation mit anderen Werten?

Was war geschehen? WIR waren es, die „Jungen Wilden“ die neu heranwachsende Generation, die das Radio zum Instrument einer neuen Zeit machten. WIR nahmen Besitz von dem, was da über den Großen Teich schwappte. Ein neues Zeitalter der Musik begann. Von nun an war Rock’n Roll, hard & heavy angesagt.
Übergangslos folgten die „Fab 4“ die Beatles aus Liverpool und der „Merseybeat“ Ein Takt, der die Welt verändern sollte. Wenig später sorgten dann die „Rolling Stones“ für das „Derbherbe!“ Sie brachten das Faß des Erträglichen zum überlaufen. Sie waren die, vor denen uns unsere Eltern
schon immer warnen wollten. Doch es war bereits zu spät. Sie mischten den melodischen Pop der Beatles mit den Ryhtmen des Rock‘n Roll so richtig auf…
Und wenn sie nicht gerade „touren“ stehen sie als Einzelkünstler noch Heute auf den Brettern der Welt und performen die Musik ihrer eigenen Vergangenheit. A never ending Story. Doch dazu später mehr. Schluß war’s mit der „Heilen Welt“.
Eine neue Generation machte sich auf den Weg der Welt das Fürchten zu lehren. Das neue Lebenselixier im Gepäck: Sex & Drogs & Rock’n Roll.
Yeah Yeah…
Doch „Yesterday“ war bereits Gestern und „Give Peace a Chance“ ein Vorgeschmack auf Morgen.

Wir haben uns gut amüsiert, aber viele von uns haben vergessen uns eine altengerechte Wohnung zu besorgen!

Entweder wir wohnen jetzt ohne unsere Kinder in dem viel zu groß gewordenen Haus auf dem Land. Der kleine Supermarkt ist längst aufgegeben und der nächste Arzt ist weit weg. Oder, wir können unsere Stadtwohnung im dritten Stock, ohne Fahrstuhl versteht sich, nur noch mühsam verlassen. Was ist denn nur passiert fragen wir uns und bei genauerem hinsehen stellen wir fest, wir haben falsch vorgesorgt!

Wie das besser geht und was man selbst, schon als junger Mensch, tun kann, dass wird in diesem Blog immer ein wichtiges Thema sein.

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